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TIS - This is Africa

Autor: Janis | Datum: 10 Oktober 2010, 01:22 | 43 Kommentare

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Hallo allerseits,

Wird mal wieder Zeit das ich mich melde. In dem vergangenen Monat ist viel passiert und ich möchte euch auf den neusten Stand bringen. Stehengeblieben war ich ja bei dem bevorstehenden Jugendwochenende in der Rheinischen Kirche. Obwohl der Name es vermuten lässt hat die Kirche hier nichts mit der Rheinischen Kirche in Deutschland zu tun. Also, das Wochenende war ebenso interessant wie auch befremdlich. Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Es waren verschiedene Gastredner aus der Umgebung eingeladen und einige der Workshops waren auch wirklich gut. Wirklich was verstanden hat man leider auch nur da, da nur die auf Englisch waren und der Rest weites gehend auf Afrikaans. Da man mit der Zeit aber immer mehr versteht und auch immer mehr reden kann, konnte man bei den Predigten auch immer den Sinn verstehen. Und hier kommt das befremdliche ins Spiel. Es wurde in Schwarz/Weiß gepredigt. Es gab entweder nur die Möglichkeit alles in Jesus Namen zu tun, oder man tat es im Namen des Teufels, dem doch sehr viel zugeschrieben wird und der sehr als Drohung verwendet wurde. Das konnte ich aber noch relativ gut einordnen. Was mir dann aber wirklich sehr befremdlich war kam dann. Es wurde erst ein super Lobpreis gemacht, der echt gut war, auch wenn afrikanische Lieder alle gleich klingen. Danach wurde dann in Gruppen gebetet. Was ich auch noch sehr schön finde. Aber dann ging es für mich zu weit. Das ganze wurde so gepusht, das die Leute anfingen sich da rein zu steigern und umzufallen. Sie blieben dann ein paar Minuten auf dem Boden liegen und danach sind sie wieder aufgestanden und konnten sich an nichts erinnern. Das wurde dann halt als der heilige Geist gedeutet. Und das fand ich schon echt krass. Ich weiß nicht recht was ich davon halten soll, da mir so etwas halt vorher noch nicht wirklich begegnet war. Ich werde sehen und hoffe dass ich mir darüber bald ein gutes Bild machen kann, da es mir sehr schwer fällt in so etwas hineinzufinden. Besonders da ich eine andere Auffassung von Glauben und von zu Gott kommen habe.

Ansonsten hat sich im Projekt auch etwas Neues ergeben. Wir sind drauf und dran eine Suppenküche zu eröffnen ! Was echt cool ist, da man jetzt auch mal mit Leuten aus den Gemeinden hier in Berührung kommt. Wir stecken grad noch mitten in der Registrierungsphase und in ca. 2 Wochen soll es eigentlich losgehen. Das ca. trifft es denke ich ganz gut, den Afrikazeit und Deutschlandzeit ist etwas doch sehr unterschiedliches :D Aber ich bin ganz guter Dinge und man wird sehen was sich ergibt. Ansonsten hat sich noch eine, wie ich finde, sehr interessante neue Entwicklung ergeben. Es gibt hier in Rehoboth eigentlich drei große Supermärkte. Shoprite, Woermann und Spar. Und die Managerin vom Spaar ( Cathleen ) hat zusammen mit einem Mann von einer Organisation namens Childline/Lifeline ein Komitee zusammengebracht was aus um die 5 oder 6 Organisationen aus Rehoboth besteht. Mit dem Ziel eine Art After-School Programm zu entwickeln was nicht, wie die meisten hier, 1 oder 2 mal die Woche läuft, sondern jeden Tag. Das ungewöhnliche aber auch echt gute ist, das die Idee ist, die Ressourcen aus allen Organisationen zu nutzen. Das heist, das die Organisationen zusammenarbeiten, was sonst nicht der Fall ist. Sonst macht hier eher jeder so sein eigenes Ding. Und im Rahmendieses Komitees laufen nun Lea und ich rum und probieren möglichste viele Jugendleiter aus den Gemeinden hier zu kriegen. Da die Idee ist sie mit einzubinden, denn sie sind näher an den Jugendlichen dran als meistens einer der Teilnehmenden. Gut ist auch das wir so einen Einblick in das kriegen was die anderen Organisationen eigentlich so machen und wir Leute kennen die dort arbeiten was es leichter macht später mal mit denen in Kontakt zu kommen.

Ansonsten waren wir einen Tag in Windhoek, was ja bekanntlich die Hauptstadt hier ist und in etwa die Größe von Dortmund besitzt :D Also nicht die Großstadt schlechthin, aber die Größte in Namibia. Wir haben uns Chinatown angesehen wo ich mit jetzt meine Fußballschuhe geholt habe. Leider ist hier die Größe 47 nicht so sehr verbreitet, da die Leute einfach nicht so groß sind, bzw. so große Füße haben. Deswegen habe ich nun Schuhe in der Größe 45, was einen gewissen Schmerzfaktor beinhaltet, aber glücklicherweise nicht so sehr weh tut wie erwartet. Ich bin im Moment dabei sie auszulatschen in der Hoffnung das sie sich doch vielleicht doch noch an meine Größe gewöhnen. Wenn nicht wird halt ein Jahr in zu kleinen Schuhen Sport getrieben. Leider hat das Training noch nicht begonnen und so bin ich Moment erst mal für mich am trainieren, da die Jungs hier einfach wie bescheuert rennen können. Ich versteh zwar nicht wie sie das machen, aber vielleicht kann ich am Ende des Jahres ja auch so viel rennen :P Man muss sich das übrigends mit dem Sport hier so vorstellen. Die Jungs spielen Fußball oder Rugby und die Mädchen spielen Netball ( ein Sport, der eine Mischung aus 10er Ball und Basketball zu sein scheint ) oder gegebenenfalls auch Rugby. Das wars dann auch schon mit Sport hier. Also nicht die große Vielfalt, aber immerhin.

Einen Alltag habt man leider immer noch nicht, da hier einfach vieles sehr Aktionsabhängig ist. Wir nehmen jetzt mit der Youth ( Chor aus der Kirche ) nämlich eine CD auf. Eigentlich sollte sie schon vor 2 Wochen aufgenommen worden sein, aber der Mann vom Tonstudio ist einfach nicht gekommen, da wohl sein Auto kaputt war. So wurde der Termin auf letztes Wochenende verschoben, was dann auch nicht klappte, da der Typ wieder nicht da war. Also wurde nun gemeinschaftlich entschieden, das wir die CD mit einem anderen Studio aufnehmen. Dies wird nun nächstes Wochenende sein. Ich würd sagen ich lass mich einfach mal überraschen. So viel zum Thema TIS. Für mich relativ Spontan wurde ich dann auch zum Gitarristen der Band gemacht, obwohl ich erst Gitarre richtig übe seit dem ich hier bin, also in etwa, oder auch ziemlich genau 7 Wochen. Ich mein wer kann schon behaupten dass er nach 7 Wochen üben die erste CD mitgespielt hat :D Die Proben waren auch immer sehr witzig, da Noten hier einfach nicht existieren und die Leute es mit Akkorden meistens auch nicht so haben. Also sitzen und hören und dann versuchen Nachzuspielen. Aber es hat alles geklappt und so kann ich nun auch alle Songs. Die Fotos für das Cover sind auch schon geschossen und da ich sie gemacht habe, hab ich auch einfach mal ein paar hochgestellt :P

Wo wir grad bei Musik sind habe ich noch etwas sehr schönes zu erzählen. Gestern Abend war der Unam Choir hier. Das ist der Chor der Universität von Namibia, welcher mit ca. 50 Leuten hier war und richtig gut gesungen hat. Das Konzert ging zwar nur eine knappe Stunde, aber es war trotzdem wunderschön. Besonders gut war das Ave Verum und das klassisch interpretierte Yesterday von den Beatles. Ich muss unbedingt schaun ob die nochmal hier in der Nähe sind und sie mir dann nochmal anhören.

Und nun zum eigentlichen Titel des Eintrags. This is Africa. Genau das ist es eigentlich was hier nicht zutrifft. Africa wie man es sich immer vorstellt gibt es hier nicht. Ich weiß auch nicht in wie weit man Namibia noch als Entwicklungsland bezeichnen kann, da ich manche Regionen, insbesondere den Süden eher als Schwellenland bezeichnen würde, auch wenn es praktisch keine eigene Wirtschaft gibt. Rehoboth, oder der ganze Süden eher, ist sehr amerikanisch-westlich geprägt. Dies kommt zum einen durch das Fernsehen und zum anderen dadurch, das die Technologiesierung hier auch nicht spurlos vorbei gegangen ist. Es ist egal wie arm man ist, einen Fernseher hat hier eigentlich jeder. Und aus allem wird hier ein Wettbewerb gemacht. Sei es unter den reichen, wer das schönste Auto hat bis hin zu wer am weitesten einen Stein werfen kann. Und das ist nicht nur unter den Kindern und Jugendlichen so, sondern in allen Altersklassen. Es ist schwierig sich da einzufinden, da ich es nicht gewohnt bin mich in allem mit anderen zu vergleichen, aber andere es natürlich mit einem machen. Mal sehn wie das wird. Vielleicht kann man ja ein kleines Verständnis dafür wecken, das es auch mal ok ist nicht ein so tolles Spielzeug wie der andere zu haben.

Und morgen werden Lea, Albertus, seine Nichte und ich in der Nama Kirche der Lutherischen Kirche in Rehoboth mit Gitarre zwei Lieder zum besten geben. Albertus, eine Arbeitskollege, hat morgen Geburtstag und hat uns deswegen gebeten mit ihm zusammen und seiner Nichte zwei Lieder zu singen. Da kann man natürlich nicht nein sagen, obwohl es sehr witzig werden kann, da wir nur am Samstag einmal kurz geprobt haben. Wir werden sehen.

Das soll jetzt aber auch erst mal reichen. Der Eintrag ist eh schon wieder ein halber Roman geworden. Viele Liebe und sonnige Grüße aus dem mittlerer weile doch schon Konstant an die 35 Grad warmen Namibia. Achja, meine Handynummer hier ist 0816416008. Gottes Segen für euch,

Janis

P.s.: Meine lieben Unterstützer, der erste Brief wird leider erst gegen Ende Oktober kommen, da die VEM im Moment ziemlich überlastet ist mit Arbeit und unsere Zuständige für die Rundbriefe grad in Tansania ist. Bitte habt dafür Verständnis !

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